Irland-Reise 2026 - Land, Leute und die Whiskey-Renaissance

Irland ist ein Land, das man nicht nur bereist, sondern erlebt. Zwischen grünen Hügeln, rauer Küste und kleinen Dörfern begegnet mir eine Gastfreundschaft, die zum Verweilen einlädt. Die Reise führt mich einmal um die ganze Insel und in deren Mitte – immer mit dem Ziel, mehr über das Land und die Whiskeys zu erfahren.

 

Irland ist klein, aber vielfältig: geschäftige Straßen in den Städten, bunte Dörfer und ruhige Küstenstraßen überall, dazu die Ruhe des Hidden Heartland. Überall trifft man auf Menschen, die ihre Region lieben und ihre Geschichten gerne teilen. Ob im Pub oder in der modernen Destillerie mit Café und Shop – der Austausch war immer herzlich, offen  -  und bei manchen voller Leidenschaft für das „Wasser des Lebens".

Noch 2010 gabe es in Irland vier Destillerien, die die schwierigen Zeite des letzten Jahrhunderts überstanden hatten. Aber dann wurden alte Familiengeschichten gefunden, interessante Gebäude entdeckt oder einfach mit viel Ideen etwas ganz Neues begonnen. Und heute finden wir über 40 Destillerien überall in Irland - mit einer begeisternden Vielfalt. 

Für mich als Whisky-Enthusiast und für Euch in meinen Tastings ist diese Entwicklung ein Geschenk: mehr Vielfalt, mehr Stile, mehr Geschichten. Von klassischen, fruchtigen Single Malts über cremige Pot Stills bis zu experimentellen Cask-Finishes – die Palette wird breiter und spannender. Genau diese Vielfalt möchte ich auch in meinen Tastings erlebbar machen: nicht nur als Verkostung, sondern als Reise durch eine der spannendsten Whisky-Regionen der Welt.

Der Norden  -  Küste, Industrie und neue Destillerien

Der Norden der Insel ist geprägt von rauer Küste, alten Industriestädten und einer Whisky-Szene, die gerade richtig Fahrt aufnimmt. Giant's Causeway, die Mourne Mountains und die Seenlandschaften ergeben einen der landschaftlich spannendsten Teile Irlands.

Whisky-technisch war der Norden im Grunde immer: Bushmills. Die Old Bushmills Distillery gilt als älteste lizenzierte Whisky-Destillerie der Welt, von 1608 ... Bushmills ist mit einem eher leichten, fruchtigen Profil weltweit bekannt 2023 wurde aber direkt neben der alten Destillerie das moderne „Causeway"-Produktionswerk eröffnet – man will also mitgehen.

Jetzt kommen aber neue Namen auf - z.B: Echlinville, Titanic, McConnell's

Die neuen Destillerien sind oft in oder bei alten Gebäuden mit Geschichte und Charakter, einem alten Landsitz, dem Pumpenhaus der Titanic-Docks oder in einem viktorianischen Gefängisblock

Echlinville

Titanic

McConnel's

Für mich steht der Norden heute für zwei Dinge: die Kontinuität von Bushmills mit seiner langen Geschichte und dem klassischen, leichten Single-Malt-Stil – und die Aufbruchsstimmung der neuen Destillerien, die alte Marken wiederbeleben und Belfast als urbane Whisky-Stadt etablieren.
 

Im Glas zeigt sich das in einer spannenden Bandbreite: von den fruchtigen, zugänglichen Bushmills-Abfüllungen, gelegentlich angereichert mit speziellen Abfüllungen bis zu den noch jungen, aber vielversprechenden Newcomern aus Belfast und County Down, die oft würziger, eigensinniger und stärker von neuen Ideen und alten Geschichten geprägt sind.

Donegal: Wilde Küste und eine neue Destillerie

Donegal im äußersten Nordwesten den weiten Moore, steilen Klippen und langen Sandstrände ist in jeder hinsicht etwas abgeschieden. Die Orte sind klein, die Landschaft großartig. 

Es gibt seit 2022 wieder eine Destillerie in Donegal - Ardara Distillery -  mit dem Ziel, einen fast vergessenen Whisky-Stil der Region wiederzubeleben: kräftig, rauchig, getorft. 2025 kam der erste Single Malt heraus  - nach der traditionellen „all grain-in"-Methode.
 

Für mich bringt Ardara den Charakter der Region ins Glas: deutlicher, Rauch, Salz, Torf – passend zur wilden Landschaft und der Atlantikküste.

Hidden Heartlands: Torf, Kultur und drei Destillerien

Die Hidden Heartlands im Zentrum Irlands sind das Land der Flüsse, Seen und Moore. Weite Torflandschaften prägen das Bild – seit Jahrhunderten wird hier Torf gestochen - als Brennmaterial, für unsere Gärten und ein bisschen für den Whiskey. Schon vor 1.500 Jahren war das Zentrum Irlands ein Ort der Bildung und des Glaubens. Am Shannon gründete St. Ciarán das Kloster Clonmacnoise, das Mönche aus ganz Europa anzog. Heute stehen nur noch eindrucksvolle Ruinen – aber die Geschichte wirkt nach. In den „Annals of Clonmacnoise" findet sich eine der frühesten schriftlichen Erwähnungen von „aqua vitae".

Die Destillerien in den Heartland könnten nicht unterschiedlicher sein - Tullamore DEW ist eine der bekanntesten Whiskey-Marken der Welt. Seit 1829 aktiv, wurde die Destillerie 1954 geschlossen und in Midleton die Marke weiterproduziert. 2010 kaufte William Grant & Sons die Marke und baute 2014 eine neue, moderne Destillerie - und hat weiter den bekannten Blend sowie einige interessante spezielle Abfüllungen.

Ein krasses Gegenteil ist Kilbeggan ganz in der Nähe von Tullamore - die Wurzeln reichen bis 1757, wurde 1957 geschlossen und 2007 in ein Museum umgebaut - aber dann doch mit einer alten Pot Still wieder destilliert und auch hin und wieder ein Single Malt herausgebracht, ansonsten Whiskey von Cooley vermarktet. Ein lebendiges Stück Whisky-Geschichte.

Ahascragh hingegen ist eine der jüngsten Destillerien - 2018 in einer alten Kornmühle entstanden. Es soll die erste klimaneutrale Whisky-Destillerie Irlands sein. Bis die Eigenen gereift sind, wird zugekaufter Whiskey gelagert, gefinished und abgefüllt - unter anderem Clan Colla.

Auch zu den irischen Destillerien werde ich einzelne Seiten veröffentlichen - schaut unter (Fun)Facts nach  ? 

Für mich stehen die Hidden Heartlands damit für die ganze Bandbreite der irischen Whisky-Renaissance: von der globalen Marke Tullamore D.E.W. über die historische Kleinod Kilbeggan bis zur modernen Öko-Destillerie Ahascragh – alles eingebettet in eine Landschaft, die ohne Torf und Moore kaum vorstellbar wäre.

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